Was ist Gefahrgut im Passagiergepäck?

Auch wenn man häufig mit dem Flugzeug reist, tauchen immer wieder Unsicherheiten bezüglich der Gepäckvorschriften auf. Denn seit den Terroranschlägen des 11. September wurden die Vorschriften drastisch verschärft. Besonders betroffen ist hier das Handgepäck, aber auch in den Koffern sind einige Dinge verboten.

Was darf nicht mitgenommen werden?

Es gibt einige Dinge, sogenanntes Gefahrgut, die sich weder in den aufgegebenen Koffern noch im Handgepäck befinden dürfen. Dazu gehören:
• Alle explosiven Stoffe, also auch Feuerwerkskörper und Munition.
• Alle Gase in komprimierter, verflüssigter, unter Druck gelöster oder tiefgekühlter Form, zum Beispiel Sauerstoffkartuschen für Wassersprudler oder Campingkocher
• Entzündbare Flüssigkeiten und Stoffe, wie beispielsweise Lacke, Verdünnungsmittel, Streichhölzer oder Farben.
• Reiner Alkohol
• Alle Giftstoffe (Rattengift, Insektengifte usw.) oder infektiösen Stoffe (Stoffe, die Krankheitserreger wie Pilze, Bakterien, Viren usw. enthalten).
• Oxidierende Stoffe (zum Beispiel Phosphor) und Peroxide (zum Beispiel Bleichmittel)
• Radioaktive Stoffe
• Ätzende Flüssigkeiten und Stoffe. Darunter fallen auch Nassbatterien und Quecksilber
• Feuerzeugbenzin oder Feuerzeug-Nachfüllpatronen, Benzin- und Sturmfeuerzeuge, Zigarrenanzünder, Überallzündhölzer und Anzünder mit „blauen Flammen“.
• Andere umweltgefährdende Stoffe

Es kann jedoch trotzdem mal dazu kommen, dass einige dieser Dinge in kleinen Mengen befördert werden müssen. In diesem Fall sollten Sie mit Ihrer Fluggesellschaft Kontakt aufnehmen, die Ihnen die jeweiligen Vorschriften mitteilen können. In folgenden Fällen wird unter Umständen die Erlaubnis erteilt, sie zu befördern:
• Kleine Kohlendioxidpatronen
• Kleine Sauerstoff- oder Luftzylinder, die für medizinische Geräte benötigt werden
• Trockeneis in kleinen Mengen
• Waffen, die zur Jagd oder zum Sport gebraucht werden, sowie die dazugehörige Munition
• Andere Güter, die zwar normalerweise auf der Verbotsliste stehen, jedoch zu medizinischen Zwecken benötigt werden

Was darf nicht ins Handgepäck?

Das Handgepäck wird vor jedem Flug noch einmal separat kontrolliert. Hier sind die Sicherheitsvorschriften am Strengsten, um Übergriffe im Flugzeug zu vermeiden.
Verboten im Handgepäck sind:
• Schusswaffen und deren Munition, sowie waffenähnliche Gegenstände (also auch Spielzeugpistolen und Softairwaffen)
• Spitze und scharfe Gegenstände, also Messer, Scheren, Feilen usw.
• Explosive Stoffe
• Gegenstände, die als Waffe missbraucht werden können, darunter fallen auch Werkzeug wie Hammer, Meißel, Sägen usw. Auch Sportgeräte wie Baseballschläger, Ski-und Walkingstöcke, und Angeln und Angelhaken sind an Bord verboten.
• Flüssigkeiten über 100 ml. Flüssigkeiten unter 100 ml dürfen in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Plastikbeutel transportiert werden, werden allerdings noch einmal gesondert kontrolliert. Zu Flüssigkeiten zählen auch Cremes oder Gels, also zum Beispiel Make up, Salben, Parfüm oder Deo.

Auch hier gibt es jedoch einige Ausnahmen:

• Baby- und Kleinkindnahrung, also Milch, Tee, Brei oder Wasser.
• Dringend benötigte Medikamente dürfen auch außerhalb eines Plastikbeutels mitgenommen werden.
• Alle Artikel die im Duty-Free-Shop nach der Sicherheitskontrolle gekauft werden. So können Sie also auch noch vor dem Flug Getränke kaufen, die sie dann mit an Bord nehmen können.

Elektronische Geräte wie Handys, MP3-Player, Notebooks, Kameras, mobile Spielekonsolen, Tabletts etc. dürfen jedoch mit ins Flugzeug genommen werden. Sie sollten sie allerdings griffbereit verstauen, da sie gesondert durch die Sicherheitskontrolle geschoben werden müssen. Eventuell müssen Sie die Geräte auch kurz vorführen oder öffnen.

Konsequenzen bei Missachtung

Werden bei der Kontrolle des Handgepäcks Flüssigkeiten oder kleinere verbotene Gegenstände wie Scheren oder eine Nagelfeile entdeckt, werden diese meist einfach entsorgt. Schwieriger wird es bei Waffen oder sonstigen bedrohlichen Dingen, bei denen davon auszugehen ist, dass diese vorsätzlich mitgenommen werden sollten. Ihnen würde in diesem Fall eine Straftat nach § 60 des Luftverkehrsgesetzes eine Straftat oder nach § 58 des Luftverkehrsgesetz eine Ordnungswidrigkeit vorgeworfen. In diesem Fall drohen Geldstrafen oder sogar Festnahme.


Urheber: zubada / 123RF Standard-Bild